Wort zum Sonntag – Woche 31-2011: Die Oestrogenduplizitaet
Heute widme ich mich einer Frage, die Michael N. (ich weiß nicht ob er genannt werden will) gestellt hat:
“Wenn alle Männer gleich sind, warum brauchen Frauen so lange, um sich einen auszusuchen?”
Die viel geschätzte und hochgelobte Bianca J. (muss genannt werden, weil ich sie ja hier direkt verlinke) hat sich ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt und beantwortet sie hier.
So haben wir das Thema zweimal beleuchtet – einmal aus Mädchensicht, einmal von mir, einem Jungen, geschildert.
Natürlich habe ich recht, finde ich – aber ihr könnt ja selber entscheiden, welchen Lösungsansatz ihr besser findet.
Vorweg muss ich mal bekräftigen, dass ich als Mann wahrscheinlich nicht der Beste bin, den man fragen sollte, wieso Frauen so handeln wie sie handeln.
Man fragt ja Affen auch nicht, warum sie Bananen mögen.
Oder Bakterien Schleimhäute!
Wenn sie auch nur ansatzweise so ähnlich ticken, wie wir Männer das tun, dann wissen sie es in vielen Lebenslagen selber nicht.
Für manche Verhaltensweisen habe ich aber Theorien, die ich anhand von Beobachtungen, Einschätzungen und purem Raten stets schärfe. Ist auch nicht so schwierig, Frauen sieht man heutzutage ja nahezu überall!
(Machosprüche an dieser Stelle erledigt, kann ich somit abhaken.)
Frauen und Entscheidungen
Wir Männer tun uns meistens recht leicht, wenn es die wirklich wichtigen Fragen im Leben zu klären gilt:
Diesel oder Benziner?
Butter oder Margarine?
Ashley oder Candice?
Frauen ja eigentlich auch:
Egal welcher Motor, die Farbe muss zu den Schuhen passen, egal was als Brotaufstrich zur Verfügung steht, es muss zur Figur passen und egal welches von den Mädels, beide werden gehasst.
Nur manchmal, ja manchmal, kommt die Östrogenduplizität ins Spiel.
Duplizität ist lateinisch, griechisch oder wissenschaftlich für “Ein Ding, das doppelt vorkommt”.
Richtig komplizierte Dinge werden in der Physik noch viel komplexer, wenn die Duplizität zuschlägt.
(Geschlagen wird das nur von der Retrokausalität, aber die ist ein anderes Thema.)
Und für mich erklärt Duplizität, warum Frauen sich bei Männern so schwer tun.
Während bei Männern tief im Innersten des Gencodes EINE einzige To Do Liste schlummert, die bei der Mädchenwahl flott abgeklappert werden kann (oder übersprungen wird, weil sie durch Eile und Betrunkenheit nicht gefunden wird), haben Frauen ZWEI solcher Listen. Das wird in der Fachsprache auch als “Östrogenduplizität” bezeichnet. Zumindest in meiner Fachsprache.
Das klingt verwirrend, aber ich kann es erklären.
Die Sache mit den zwei Listen
Wenn Frauen Männer bewerten – oder sich einen aussuchen – dann ist das eine schwierige Sache. Während wir Männer anhand von Blutverlagerung und anderen, wirklich komplexen Faktoren, die ich hier nicht nennen kann und will, innerhalb von einem Augenzwinkern wissen, ob ein Mädchen für uns in Frage kommt, dauert dieser Prozess bei Frauen oft Wochen, Monate, ja manchmal – besonders wenn man in einem Rosamunde Pilcher-Film lebt – ein ganzes Leben lang!
Um dies genau zu erklären, muss man vorweg erwähnen, dass die Gesellschaft mit einer Lüge lebt.
Nein, Frauen wollen eben NICHT den perfekten Brad Pitt-Verschnitt. Oder zumindest nicht ausschließlich. Wenn dem so wäre, und sich jede Frau sich nackt und lustvoll auf Brad Pitt stürzen würde, dann würde die Evolution und oder unser Schöpfer das wissen – die sind schließlich darauf aus, dass wir uns vermehren – und dann würden deswegen alle Männer aussehen wie Brad Pitt. Das kann ich ausschließen, weil ich nicht wie er aussehe, und die Männer, die da leben wo ich lebe, auch nicht. Außerdem wäre, wenn diese Lüge stimmen würde, die Wahl der Frau aus allen Männern ja schnell erfolgt – schließlich merkt man recht fix, ob jemand Brad Pitt ist oder nicht. Zumindest bei mir und den Männer da, wo ich lebe.
Frauen wollen also nicht Brad Pitt.
Was wollen sie dann?
Ein Hybrid aus Brad Pitt und Bud Spencer!
Unsinn, sagt ihr? Ich beweise es!
Warum Bud Spencer und Brad Pitt besser sind als nur Brad Pitt
Frauen wollen einen Mann, dessen einzige intelligente Eigenschaft es ist, Fusseln aus dem Bauchnabel zu fischen.
Das erfordert immerhin Logistik und Fingersptizengefühl.
Sie wollen aber auch einen Mann, der durch Abduktion mathematisch Gesetzmäßigkeiten beweisen kann.
Das erfordert in erster Linie ein gut trainiertes Gehirn.
Welche Eigenschaft Frauen dann jeweils wollen, ist ganz situationsbedingt.
Wenn der Mann nicht intelligent ist, hat Frau von Heute Angst, dass sie sich in ihrem Umfeld blamiert.
Wenn der Mann aber ZU intelligent ist, dann kommt sich Frau dumm vor und das will sie auch nicht.
Sie sucht also weder nach dem Fusselspieler noch nach dem theoretischen Physiker, sondern nach jemanden, der bestenfalls beides ist.
Bestenfalls sogar jeweils zur richtigen Zeit.
Bestenfalls zur richtigen Zeit und durch eigene Entscheidung!
Wenn die Frau sich nicht klug fühlt, soll der Daumen gerade so im Bauchnabel stecken vor lauter Fusselgrabbelei, weil sie sich dann besser fehlt.
Wenn die Frau sich schwach fühlt, und mit einem intellektuellen Problem des Alltags überfordert ist, muss der theoretische Physiker her und sie retten, weil sie sich dann gerettet fühlt
Frau will einen charmanten Sympathler, weil sie es gerne hat, wenn ihr geschmeichelt wird.
Wird aber zu oft geschmeichelt, nimmt sie es nicht mehr ernst – da will sie dann lieber jemanden mit dem Einfühlungsvermögen von Steven Seagal.
Auch hier: Mann muss entscheiden können – und sich in seiner Rolle beweisen – wann er was ist.
Manchmal will Frau einen gut gekleideten Franzosen, der einen gebügelten Hemdkragen trägt.
Schaut er damit aber zu gut aus, will sie lieber einen Ludolf, weil schließlich soll SIE doch die sein, die gut aussieht.
Und natürlich muss überprüft werden, ob das Zielobjekt genau so gut (oder zumindest akzeptabel) Franzose sein kann, wie er Ludolf ist.
Es würde nicht ausreichen, die Eigenschaft nur auf einer Liste abzuhaken – BEIDE Listen müssen bearbeitet werden.
Und das dauert eben.
Hat es “Klick” gemacht, was Östrogen-Duplizität ist? Schon, oder?
Warum das nicht schlimm ist …
Männern wird jetzt ein Licht aufgegangen sein und sie werden nicken. Frauen werden alles abstreiten, weil sie es vielleicht nicht einsehen wollen.
Das ist aber ganz normal. Und es ist nicht schlimm. Nicht schlimm, dass Frauen so sind, wie sie sind.
Schließlich wissen wir Männer, dass Frauen uns situationselastisch wollen.
Und wir sind, wenn auch manchmal mit Mucken und Murren, gerne so – denn:
Wir wissen auch ziemlich genau, dass wir das Mädchen an unserer Seite oft gar nicht verdient haben.
Denn manchmal sind wir von Natur aus mehr der Bud Spencer, der Fusseln aus dem Bauchnabel entfernt und einen gestärkten Hemdkragen jederzeit ablehnt.
Es ist also irgendwie auch ein Spiel mit dem kalkulierten Aufwand.
Dafür warten wir gerne, selbst wenn wir es nicht immer gerne einsehen werden.
Das geht unseren Leidensgenossen, den Schuhen, kaum anders.
Ein schöner Schuh sieht in einer schönen Schachtel aber nur mittelmäßig aus.
Zu Strahlen beginnt er, wenn er getragen wird.


