Kolumne

Wort zum Sonntag – Woche 43-2010: Das Hochrainer & Co Phänomen

2 Dinge vorweg.

1.
Ich widme mich nachfolgend 2er Fragen, die mir vor kurzem hier auf Facebook gestellt worden sind.
Ich gebe diese Fragen 1:1 wieder und versuche, sie restlos zu klären.
Ähnlichkeiten mit noch echt lebenden Personen sind daher zufällig, wenn auch nicht immer gewollt.
Für mich gilt die Unmutsverschuldungsverschmutzung.

2.
Es wird hier folgend sehr geübt und schnell die geschlechterkeule geschwungen.
In letzter Zeit wurde viel zu viel über dieses Frau – Mann Ding geschrieben und gesprochen.
Ich möchte mich davon distanzieren. Das brauche ich nicht!
Nachdem es beim Feminismus ala Schwarzer in Mode war, dass man geschlechterspezifische Merkmale ausblenden sollte, sollten wir doch heute so weit sein, Mann und Frau auf eine Stufe zu stellen, OHNE diesen ganzen Unsinn. Männer und Frauen sind nicht gleich – aber beide können tolle Dinge schaffen. Egal ob mit …. naja Penis oder ohne. Es heißt ja geschlecht und nicht “Geh schlechter!”
Damit ich mich davon auch sichtlich abgrenzen kann, werde ich das Wort “geschlecht” und alles, was dazu gehört, im ganzen folgenden Text KLEIN schreiben.
Nur aus Protest, weil ich ein Revoluzer bin.
geschlechterdiskussion – ohne mich.

Frage Nummer 1: “Warum sind Männer so gefühlshohle Vollspacken?”
Ja, da scheine ich definitiv der richtige Beantworter zu sein … danke, liebe FragenstellerIN!!!

Ich glaube (und hoffe), dass Männer manchmal völlig unverschuldet etwas gefühlsresisstent sind.
Das liegt am Gehirn – das ist von geschlecht (hier! klein geschrieben!) zu geschlecht zu unterschiedlich.

Deswegen bin ich großer Fan von Baron-Cohen.
Nicht SACHA BARON-COHEN, also Borat, Bruno und Co, sondern seinem Cousin, SIMON BARON-COHEN.
Der hat nämlich etwas bemerkenswertes herausgefunden – vor allem weil das als Forscher mit Weltruhm auch sein Job ist:

Es gibt 3 Arten von Gehirnen.

Das S-Gehirn, wir nennen es folglich SHAKIRA-Gehirn (warum später), das E-Gehirn, wir nennen es folglich ENRIQUE-Gehirn und das B-Gehirn, wir nennen es folglich gar nicht mehr, weil es einfach zu selten vorkommt.
S-Gehirne sind systematisch. Sie denken in Systemen, Werten und Angaben und haben nicht so viel für Gefühle über.
E-Gehirne sind empathisch, sie lieben Gefühle, sie lieben Wärme, sie tragen immer warme Socken und haben 100e Fotos von Strandspaziergängen.
Richtig!
S-Gehirne kommen meistens bei Männer vor, E-Gehirne fast immer bei Frauen!

Wie sich das auswirkt? Das sollten wir mal an einem realistischen Beispiel durchspielen …

Mittwochs, halb Neun in Österreich – GREYS ANATOMY läuft.

Nehmen wir mal an, Männer wären gezwungen, das mit ihren Freundinnen anzusehen.
(Ich weiß, das ist schwer vorstellbar – wer hat heutzutage schon noch nur EINEN Fernseher, aber ok … stellt euch vor, er ist kaputt … oder die Katze hat gerade reingepinkelt.)
Das dramatische Staffelfinale läuft, ein Attentäter kommt ins Krankenhaus und ballert alle um.
Die Frau denkt:
“OH MEIN GOTT! ICH STERBE! Wieso tut er das? Sieht er nicht, welch tolle Menschen das sind, die dort arbeiten? Und die ganzen armen Menschen, die er unschuldig erwischt hat, die vielleicht auch noch krank sind, aus ärmlichen Verhältnissen kommen oder extrem hässliche Schuhe tragen! Sie tun mir so leid! Und McDreamy – hoffentlich stirbt er nicht! Er darf nicht sterben! Verdammt! MCDREAMY halte durch!!!!!!!
Los! Lauf Schlampe mit der billigen Frisur und rette McDreamy!”
Der Mann denkt:
“Cool. Welche Waffe das wohl war?”
Das sollte verständlich ausdrücken, was SHAKIRA und ENRIQUE Gehirne unterscheidet.

Auf der einen Seite große Emotionen, auf der anderen Seite große Systematik.
Meiner Meinung nach gibt es hier kein gut und kein schlecht – oder besser und böse.

Jede Sicht hat ihre Berechtigung.

SHAKIRA-Gehirne haben uns so tolle Dinge wie Schlagbohrmaschinen oder drezahlfreudige Motoren, die 9,4l auf 100 km brauchen, beschert.
ENRIQUE-Gehirne haben uns so tolle Dinge wie Blumenmischungen und Kuschelsex, der eine ganze Generation von Hartz 4 Empfängern hervorgebracht hat, beschert.
Alles hat was für sich – somit sollte auch die obige Frage beantwortet sein.

Aber … halt – ich habe noch vergessen, wieso man SHAKIRA und ENRIQUE als Eselsbrücke nutzen sollte.

S – also das eher männliche Gehirn – kann man sich mit SHAKIRA merken, weil JEDER Mann auf Shakira steht.
(Sogar ich – ich dreh zwar den Ton ab, aber in Videos sehe ich sie echt gerne.)

E – also das eher weibliche Gehirn – kann man sich mit ENRIQUE merken, weil AUSSCHLIEßLICH Frauen auf Enrique Iglesias stehen.
(Ich kenne keinen Mann, der die singende Feuerwehr-Sirene gut findet. Wenn jetzt jemand verrät, dass ich eine Platte von seinem Vater habe, dann … werde ich wütend!)

Frage Nummer 2: “Warum gehen Frauen immer zu zweit aufs Klo?”
(Die hat ein Mann gestellt. Brauche ich aber nicht zu erwähnen, oder?)
Ich mag Klischees ja nicht. Gar nicht. Ieehh … grauslich.
Vor allem nicht, wenn ich gerade aus dem Fenster schaue, und sehe, wie eine BLONDE FRAU vor meinem Auto einparken will und …
Naja, wie gesagt, ich mag Klischees nicht.
Das hier ist aber KEIN Klischee, das ist bitterer und jeden Tag erlebter Ernst. Und zwar der Ernst des Lebens.

Ich habe an einer Theorie gebastelt.
Ich gebe zu – sie hat Schwächen, sie ist noch nicht fundiert, vielleicht kriegt sie auch noch nicht gleich den Nobelpreis.
Aber, liebe Damen, ihr müsst mir hoch anrechnen, dass ich mich zumindest bemüht habe.
Mein ganzes Leben besteht darin, mich zu bemühen – und das mache ich recht eifrig.
Deswegen würde es mich auch freuen, wenn ich euch jetzt auf die Schliche gekommen bin!

Also hier ist es, das Hochrainer-Scheele-Baron-Cohen-Phänomen:
(Wenn ich es nur Hochrainer-Theorie genannt hätte, würde es zu unspektakulär klingen! Und Scheele war der einzige Chemiker, der mir auf die Schnelle eingefallen ist.)

Frauen ist immer kalt. Das weiß man – vermutlich weil sie nicht so viel Haare und Blutgefäße haben wie wir Männer.
Das ist nicht gut – besonders weil man, wenn einem kalt ist, oft aufs Klo muss.
Selbst wir Männer – obwohl wir viele Haare und Blutgefäße haben.

Bei schon gering abfallender Temperatur fühlen sich 3 ml in der Blase wie 300 hl an – und das ist wirklich wirklich schlimm.
Besonders, weil Frauen eben immer kalt ist!
300 hl entsprechend 30 Weltmeeren. Gefühlt zumindest.

Jetzt wird es bedenklich – und wären Frauen nicht, wie Frauen eben sind, würden sie platzen.

Das tun sie aber nicht und das sollten wir anhand eines Beispiels verdeutlichen:

Es ist Freitagabend. Die von Greys sind wieder zusammengeflickt, also geht es in den Club.
Dort tropft der Schweiss von der Decke, es hat Sahara-Temperaturen (Sahara, nicht Shakira), dennoch:
Den Frauen ist es kalt.
Sie machen sich Sorgen um ihre Zehen, und beteuern, schon erste Erfrierungen an den Zehen zu haben.
Und schwupps, schon passiert es:
Aus 3 ml Urin in der Blase werden Seen – GANZE SEEN – innerhalb von kleinen, zierlichen Frauen.
Das kann nicht gut gehen, das weiß jeder, der in Physik aufgepasst hat.
(Sogar Scheele, der erbärmliche 2 fache Nobelpreissieger!)

Jetzt gibt es nur ein Problem: Im Club sind 40.000 Frauen und alle haben dieses Schicksal mit dem See.
Weil allen kalt ist. Frauen ist eben immer kalt.
Und noch ein Problem: Die 40.000 Frauen müssen sich 2 Klos teilen.

Frauen – ich möchte es nur erwähnen, um die Dramatik der Lage auch wirklich richtig darzustellen – brauchen porzellantechnisch etwas mehr Logistik als wir Männer.
Bei uns reicht ein Loch in der Wand in annehmbarer und zielbarer Größe und genug saubere Fliesen, um sich abzustützen.
Bei Frauen ist das alles viel schwerer.

Was bis jetzt noch wie eine Geschichte für Kleinkinder zum Einschlafen wirkt, wird aber erst recht zum Horror, wenn man den erheblichen Physis-Unterschied zwischen Frauen und Männern beachtet!
Männer haben ein solides Ventil für die Seen, die wir in uns herumtragen – das ist sogar so groß und massiv, dass man es von außen sehen kann.
So etwas fehlt bei Frauen völlig – und auch das ist ein Grund, warum Frauen so oft aufs Klo müssen.
Die Installation passt einfach nicht!

Ok – also, wir haben 40.000 Frauen, die ständig und dringend aufs Klo müssen und wir haben 2 Klos.

Und jetzt kommen wir zum Schwanenhals des Geheimnisses, warum Frauen immer zu zweit aufs Klo gehen:
Sie tun das, weil es gar nicht anders geht!

Stellt euch mal vor – jede Frau würde einzeln gehen. 40.000 Frauen NACHEINANDER! 39.999, 39.998, 39.997, 39.996, 39.995 …
Das sind Zahlen, die können wir uns gar nicht vorstellen.
(Zumindest nicht im Plus!)
Es würde dutzende Opfer geben – geplatzte Frauen, die unter heulenden Männeraugen aus dem Club getragen werden müssten!
Doch es gibt EINEN Ausweg.
Und Frauen wissen das.
Sie sind schlau.
Frauenschläue.

Wenn man nämlich immer zu zweit geht, ist das ein Statement!

Die Schlange wird kürzer. Nur mehr 10.000 Frauen pro Klo, zwar nicht mathematisch, aber gefühlt!
Das vererbt Optimismus und sagt den letzten beiden in der Schlange:
“Es wird hart, aber schau! Wir schaffen das – es sind nur mehr 9.998 Mädels vor uns!
Ein Kinderspiel! Es könnten auch 39.999 sein!”

Und dann tritt psychologisch das ein, was man in der Kriminologie als “Stockholm-Syndrom” bezeichnet.
(Vielleicht sollten wir es hier “Oslo-Syndrom” nennen, weil ich Dänemark eh immer den kürzeren zieht.)
Die Frauen verbünden sich mit dem See in ihnen drin, das verbreitet positive Stimmung, alle halten sich an den Händen und rufen euphorisch:
“Taschakaaaaaaaaaa! Wir schaffen das! McDreamy hat überlebt!”

Und so schaffen sie es immer noch, wenn sie nicht gestorben sind …

Und ich, der nur darüber schreiben kann, fühlt diesen Optimismus auch.
Ich sehe die jubelnden Frauen praktisch vor mir, wie sie motiviert und optimistisch auf und ab springenn, während sie ganz leise gluggern.
(Schließlich ist das Wasser ja noch drin.)

Das ist auch der Grund, warum Männer niemals zu zweit aufs Klo gehen. Wir können uns gar nicht so sehr freuen.
Zumindest nicht darüber, es noch rechtzeitig zu schaffen.
Ich bin auch ganz froh darüber.
Ich könnte einem Kumpel nicht mehr in die Augen schauen, wenn ich seinen …. naja, ihr wisst schon, so genau und immer wieder im Club sehen müsste. Das wäre komisch und würde die Freude am gemeinsamem Fußball schauen verderben.

Und so sehr ich darüber auch nachdenke: Ich finde keinen Fehler an meiner Theorie.
Wenn ich also doch noch heuer dafür den Nobelpreis bekommen sollte, habe ich nichts dagegen.
Der ist ja mit Geld dotiert – und meine Katze braucht einen neuen Kratzbaum und ich einen Schlagbohrer und neuen Blumenmix.
Kostet alles Geld.

Und Forscher, wie ich einer bin, sollten unterstützt werden.